Das Südtiroler Wochenmagazin ff hat anlässlich des 70. Geburtstages des sog. Landeshauptmannes Durnwalder ein “spannendes Durnwalder-Lesebuch” veröffentlicht, in dem namhafte Südtiroler – “Es sind Durnwalder-Fans darunter wie auch Durnwalder-Kritiker” – um eine besondere Glückwunschbotschaft gebeten wurden; der Schleimspur nach zu urteilen, die sich durch die meisten der abgedruckten “Botschaften” zieht, sind dabei aber offensichtlich die Durnwalder-Fans ungleich stärker zum Zug gekommen.
Jedenfalls habe ich diesbezüglich einen Leserbrief an die ff (pdf-Datei – 694 kB) geschickt, der freundlicherweise und ungekürzt in der heutigen Ausgabe veröffentlicht wurde und den ich nachfolgend wiedergebe.

ff – Wochenmagazin | 2011-09-22/29

 

Titelgeschichte in ff 38/11 zum 70. Geburtstag von Landeshauptmann Luis Durnwalder

Um etwaigen Fehlinterpretationen vorzubeugen, eines vorneweg: Persönlich wünsche ich Herrn Durnwalder alles Beste und im Besonderen, dass er auf seine alten Tage noch so etwas wie Familienglück erleben möge, was ihm früher offensichtlich versagt blieb.
Bezüglich seiner politischen Tätigkeit wünsche ich ihm – und uns Südtiroler/inne/n – dass er sich möglichst bald zurückziehen möge, auch weil Durnwalders Leistungen mit der Zeit in dem Maße abgenommen haben, wie seine Leibesfülle zugenommen hat.
Es fehlt hier der Platz, um die vielen negativen Aspekte der „Ära Durnwalder“ aufzulisten (z. B. Ausgrenzung Andersdenkender, Geld- und Machtgier, Umweltverschandelung, Protzbauten anstatt sozialer Maßnahmen), deshalb sei an dieser Stelle nur daran erinnert, dass in den Beiträgen der ff mehrere wesentliche Fakten unerwähnt geblieben sind (etwa Durnwalders Unwählbarkeit 2003 oder der Vorzugsstimmenverlust auf weit unter 100.000 bei den Landtagswahlen 2008).
Was schließlich die historische Bedeutung Durnwalders für Südtirol betrifft, wird man für ein angemessenes Urteil wohl noch einige Zeit abwarten müssen; der von mehreren Seiten gewagte Vergleich mit dem großen Silvius Magnago erscheint aber auf jeden Fall unangebracht, denn mit dem Schwergewicht Magnago – menschlich, intellektuell, politisch – kann ein (nur körperlich schwergewichtiger) Durnwalder sicher nicht mithalten.

Johann Gruber, Bozen

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